Lange schon war die Rede davon, dass die Überhelden des schwedischen Punkrocks ein neues Album aufnehmen wollten, doch das Projekt verzögerte sich immer wieder, da man mit dem alten Label Rosa Honung aus den Achtzigern, als ASTA KASK ihre Hochzeit hatten, bis heute im Streit liegt.
ASTA KASK, deren Ursprünge auf das Jahr 1978 zurückgehen, veröffentlichten Mitte der Achtziger mit der "Med Is I Magen"-12" und dem "Aldrig En LP"-Album zwei absolute Meilensteine des skandinavischen Punkrocks, verbanden in ihren Songs in Perfektion Aggressivität und Melodiösität, und zusammen mit dem für ausländische Ohren eigenwilligen Klang der mit rauher Stimme vorgetragenen schwedischen Texte ergab sich ein ganz eigener Sound, der trotz Sprachbarriere speziell auch in Deutschland schon früh zahlreiche Freunde fand.
Seit der offiziellen Auflösung 1986 - man war ausgebrannt, vom eigenen Erfolg ausgelaugt, von Kommerzvorwürfen genervt - gab es immer wieder mal Reunions (1989 und 1992), doch 2003 dann entschied man sich, es nochmal zu versuchen, und sowohl der Neuanfang wie die Achtziger sind exzellent auf der jüngst erschienenen DVD dokumentiert.
Diese erschien bereits auf Burning Heart, wie auch die Werkschau "Aldrig En CD", und mit "En För Alla Ingen För Nån" ist nun das im April 2006 weitgehend in Originalbesetzung eingespielte erste neue Album seit 20 Jahren raus.
Nun kennt man die Gefahren, die hinter solchen Spätwerken lauern, sind sie oft genug lauer Altherrenrock, hat die Band entscheidend an Biss eingebüßt und ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Doch hier? Nichts dergleichen! ASTA KASK klingen so frisch wie bei den Aufnahmen von "Aldrig En LP", Mickes Gesang klingt heute so rauh und wütend wie damals, das Songwriting muss sich nicht hinter dem von damals verstecken, die Gitarren sind so bissig wie eh und je, und die zwölf Songs von "En För Alla Ingen För Nån" peitschen durch, als sei die Band nie auseinandergegangen, lassen absolut keine Wünsche offen.
Von daher: Besser ASTA KASK spät entdecken als nie! (30:10) (9)
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