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POP EVIL

Versatile

Über zwei Millionen monatliche Hörer auf Spotify und dennoch komplett an mir vorbeigegangen. „Let the chaos reign“ erklingt in bester PAPA ROACH/ILL NINO-Manier. Es ist auch ziemlich witzig, dass man jedes „yeah“, „c’mon“ und „go!“ im Booklet abdruckt, hat man auch länger nicht mehr gesehen. „Set me free“ und „Breathe again“ sind anschließend deutlich melodischer. Die beiden Nummern hätten KILLSWITCH ENGAGE auch gerne geschrieben. Nun präsentiert man sich eingängiger als am etwas sperrigen Beginn, denn hier hauen einen die wahnsinnig guten Vocals im Refrain ziemlich um. „Work“ kommt sehr poppig-elektronisch daher, mit mehr Sprechgesang statt der großen Vocals zuvor und sogar Dubstep-Ausbrüchen. Das Ganze passt aber nach dem furiosen Start einfach absolut nicht ins Gesamtkonzept. Wenn hier noch „featuring SKRILLEX“ stehen würde, es würde wirklich nicht überraschen. „Stronger“ und „Raise your flag“ oder auch „Human nature“ sind die perfekten EM-Werbepausen-Nummern (IMAGINE DRAGONS sind neidisch). Oder nehmt sie alternativ gerne für den nächsten FIFA-Soundtrack auf der Playstation. Das abgefahrene Artwork rundet ein extrem gut produziertes und sehr abwechslungsreiches Album ab. Der erste Teil ist aber deutlich stärker, denn „Set me free“ und „Breathe again“ stechen schon stark heraus. Die harten Riffs und großen Vocals stehen ihnen deutlich besser als der poppigere elektronische Part. Ab „Work“ plätschert es leider etwas dahin siehe „Inferno“ oder das ziemlich langweilige „Survivor“. Mit „Worst in me“, „Same blood“ und „Fire inside“ kann glücklicherweise am Ende doch noch an den starken Beginn von „Versatile“ angeknüpft werden.