„Birds of passage“ sind Zugvögel, wobei der Plural, bezogen auf das musikalische Projekt gleichen Namens, nicht zutreffend ist: Alicia Merz aus Neuseeland ist alleinige Urheberin der leisen, sanften, aber nie dünnen oder gar kraftlosen Klänge auf diesem Album.
„Singer/Songwriter for people who don’t like singer/songwriter music“, schreibt das Label hierzu, und das trifft es, so unkonkret die Beschreibung auch ist. Zerbrechlich und sanft, aber nicht lasziv haucht Alicia chanteusenhaft ihre englischen Texte ins Mikrofon, begleitet sich dabei mit sehr vorsichtig gesetzten, latent dronigen Gitarrensounds, und schafft es, dass die Welt sich für die knappe Stunde, die das Album läuft, etwas langsamer dreht.
Mich erinnert das an die auf Kranky veröffentlichenden BELONG, an minimalistischen Shoegazer-Pop jenseits klassischer Strophe-Vers-Kompositionen, an eine minimalistische Version von Anne Clark.
Die zwölf Stücke auf „Without The World“ ziehen vorüber wie Nebelschwaden an einem Sommermorgen kurz nach Sonnenaufgang, und das ist auch der beste Moment, diese höchst angenehme Musik zu hören.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #138 Juni/Juli 2018 und Christiane Mathes
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